Page 7

JoBlatt_6_15

wird seit 1955, als Papst Pius XII. den heiligen Josef zum Patron der Arbeiter erhob, als besonderer Tag des heiligen Josefs gefeiert. Aber auch zum Patron der Sterbenden hat ihn die Tradition erhoben. Besonders im 19. Jahrhundert kamen spezielle Andachten und Gebete zum heiligen Josef zur Erlangung eines guten Todes auf. Ihn, der vermutlich im Beisein Jesu und der Muttergottes und noch vor dem öffentlichen Auftreten Christi starb, dürfen wir zu Recht um eine gute Sterbestunde für uns und andere Menschen anrufen. So zu sterben wie er, im Beisein Jesu und Mariens, mit Blick auf die Ewigkeit, das ist eine Gnade, die jedem zu wünschen ist. Treffend schreibt der Benediktinerpater Martin Uhlenbrock, Autor verschiedener Schriften über den heiligen Josef, dazu: «Josef starb, bevor sich etwas von den großen Verheißungen erfüllte. Nicht ein einziges Wunder Jesu durfte er erleben. Josef ist der Freund aller Menschen, die sterben, ohne die Erfüllung erlebt zu haben; er ist der Freund aller, die glauben, ohne zu verzweifeln; er ist der Freund aller, die säen, damit andere ernten können. Das Bild dieses Mannes ist gerade für unsere Zeit äußerst aktuell!» In Gen 41,55 steht «Gehet zu Josef!» – Ein prophetischer Anruf an uns alle. Denn wer sich an den heiligen Josef wendet, dem Jesus doch so nahe war, der wird die Liebe und Demut, die Reinheit und Hilfsbereitschaft dieses großen Heiligen erfahren. Der heilige Josef wirkt weiter vom Himmel her wie schon zur Zeit Jesu: schweigsam hörend, beschützend, sorgend und helfend. Wo wären unsere Anliegen und Nöte besser aufgehoben als bei ihm? Die Verehrung des hl. Josefs in der Kirchengeschichte Schon in der Heiligen Schrift wird Josef Hochachtung bezeugt, wenn er «gerecht» genannt wird. Im 4. Jahrhundert finden sich dann erste Spuren öffentlicher Verehrung für den Heiligen. Die Kirchenväter Athanasius, Basilius, Augustinus u. a. gedachten des heiligen Josef. Der ehrwürdige Rupert von Deutz (1135) und der hl. Bernhard von Clairvaux (1153) riefen zu verstärkter Josefs-Verehrung auf. Aber erst nach den eifrigen Lobpredigten des hl. Bernardin von Siena (1444) fanden Texte zum heiligen Josef Einlass ins priesterliche Brevier. Kardinal Petrus von Ailly und sein Schüler Jean Charlier, allgemein «Gerson» genannt, verfassten Traktate und Gebete zu Ehren des Heiligen und begründeten ihr Tun theologisch fundiert. Durch die Predigten des Dominikaners Isidor de Isolanis und vor allem durch die Texte der Kirchenlehrerin Teresia von Avila erlebte die Verehrung des Nährvaters Jesu seit dem 16. Jahrhundert einen großen Aufschwung. Papst Sixtus IV. führte 1481 das Fest des hl. Josef in das Römische Missale ein; Gregor XV. erhob es 1621 zu einem gebotenen Feiertag für die ganze Kirche; Benedikt XIII. fügte den Namen in die Allerheiligenlitanei ein. Am 8. Dezember 1870 rief Pius IX. den heiligen Josef feierlich zum Schutzpatron der gesamten Kirche aus. Papst Leo XIII. legte in seinem Rundschreiben «Quamquam pluries » vom 15. August 1889 die besonderen Motive der Josefs-Verehrung dar. Pius XII. führte am 1. Mai 1955 das Fest mit dem Titel «Hochfest des hl. Josef, des Arbeiters » ein; Johannes XXIII. fügte 1962 den Namen Josef in das Eucharistische Hochgebet ein und ernannte Josef zum Schutzpatron des II. Vatikanischen Konzils. Papst Johannes Paul II. veröffentlichte 1989 das Apostolische Schreiben «Redemptoris Custos» über Gestalt und Sendung des heiligen Josef im Leben Christi und der Kirche. Das Hochfest des heiligen Josef wird am 19. März gefeiert. Der Mittwoch ist traditionell dem heiligen Josef gewidmet. (aus PUR-spezial Hl. Josef, 4–7) 7


JoBlatt_6_15
To see the actual publication please follow the link above