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Der heilige Josef – Einer der größten Fürsprecher Er hat keine Bücher geschrieben, keine Kriege geführt, weder hat er Kontinente erobert noch Rekorde aufgestellt: Und doch ist er der größte Mann der Geschichte: der heilige Josef – Sohn Davids, Mann Mariens, Vater Jesu. Was wir von ihm wissen, ist nicht eben viel – kein einziges Wort ist von ihm überliefert. Aber seine Haltung, sein Charakter und sein Handeln, über das uns die Heilige Schrift berichtet, zeugen von wahrer Größe. Und seine Erwählung, Nährvater des Gottessohnes auf Erden zu werden, die er freiwillig und gläubig annimmt im festen Vertrauen, dass Gott es immer gut mit uns meint, lassen ihn teilhaben am «Geheimnis der Menschwerdung Gottes» (…) Josef übernimmt die Aufgabe des irdischen Vaters für den Gottessohn und wird Bräutigam der Jungfrau Maria. Damit wird er auch zum Hüter des Geheimnisses Gottes und zum Oberhaupt der Heiligen Familie. «Während Adam und Eva Quelle des Bösen waren, das die Welt überschwemmt hat, stellen Josef und Maria den Höhepunkt dar, von dem aus sich die Heiligkeit über die ganze Erde verbreitet », schreibt Papst Johannes Paul II. und nennt die Heilige Familie «Urbild und Beispiel für alle christlichen Familien». Indem der heilige Josef, auf den Ruf Gottes hörend, mutig und liebend, Jesus und Maria beschützte, ist er auch zum Beschützer für die ganze Kirche geworden, für jeden Einzelnen von uns. Wer den Gottessohn beschützen durfte, wer für den Lebensunterhalt der Heiligen Familie einstand, der – so dürfen wir glauben – wird auch uns beschützen und für uns eintreten, wenn wir in Not sind. Gerade weil Josef von Gott als Vater, Beschützer und Lehrmeister Jesu auserwählt wurde und diesen Dienst an der Erlösung treu verrichtete, ist er nach Maria zum größten Heiligen des Himmels geworden, dem Gott viel Fürbittmacht geschenkt hat. «Ich erinnere mich nicht, den heiligen Josef je um etwas gebeten zu haben, was er mir nicht gewährt hätte», ist etwa die Erfahrung der heiligen Teresia von Avila. Ganze Bücher voller Zeugnisse von Menschen, die nach Anrufung des heiligen Josefs Hilfe erfahren haben, sind erschienen. Und täglich gibt es neue Wunder durch den Nährvater Jesu. Aber auch für die Bewältigung unseres persönlichen Alltags mit all seinen Mühen und Plagen stellt der heilige Josef ein unvergleichliches Vorbild dar. Er erfährt das Schicksal des Heimatlosen, als er mit Jesus und Maria nach Ägypten fliehen muss. Doch er vertraut Gott und lässt sich auch in der Not durch ihn führen. Nach der Rückkehr aus dem ägyptischen Exil muss er in Nazareth mit harter Arbeit das Auskommen der Familie bestreiten. So wird er zum Vorbild für alle arbeitenden Menschen. Seine Arbeit ist Ausdruck der Liebe zu seiner Familie, sie wird anderen zur Hilfe und zum Segen. Josef lehrt uns die Heiligung des Alltags. «Dank seiner Werkbank, an welcher er sein Handwerk zusammen mit Jesus ausübte, brachte Josef die menschliche Arbeit dem Geheimnis der Erlösung näher» (Papst Johannes Paul II.). Der 1. Mai LEITARTIKEL Wer glaubt, dass Jesus Christus der wahre Sohn Gottes ist, der wird nicht umhin können, den heiligen Josef, den Nährvater Jesu, als ganz besonderen Menschen zu verehren. Denn wen Gott auserwählte, ihm «Vater» auf Erden zu sein, der ist groß genug, auch uns Vater, Vorbild, Helfer und Beschützer zu sein. Seit vielen Jahrhunderten schon wenden sich die Menschen daher vertrauensvoll an den heiligen Josef. Die Kirche erhob ihn gar zu ihrem Schutzpatron. Ein Blick auf diesen großen Heiligen kann uns die Augen öffnen für das Heilsgeschehen, das Gott auch mit jedem von uns vorhat. 6


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