Page 13

JoBlatt_6_15

lige Johannes Paul II. hingewiesen hat, Wirklichkeit wird und dass ihr in vorderster Linie steht, um «die große Herausforderung» zu ergreifen, die in diesem neuen Jahrtausend vor uns liegt: «die Kirche zum Haus und zur Schule der Gemeinschaft zu machen» (Apostolisches Schreiben «Novo millennio ineunte», (6. Januar 2001), 43.). Das gemeinschaftliche Miteinander wird zunächst innerhalb der jeweiligen Hausgemeinschaften des Instituts praktiziert. Diesbezüglich lade ich euch ein, meine häufigen Bemerkungen zu diesem Thema zu lesen, in denen ich nicht müde werde zu wiederholen, dass Kritiksucht, Tratsch, Neid, Eifersucht, Antagonismen Haltungen sind, die in euren Häusern nichts verloren haben. Unter dieser Voraussetzung aber ist der Weg der Nächstenliebe, der sich vor uns auftut, gleichsam unendlich, denn es geht darum, nach gegenseitiger Annahme und Aufmerksamkeit zu streben, die Gemeinschaft der materiellen und geistlichen Güter, die correctio fraterna, den Respekt gegenüber den Schwächsten zu praktizieren … 4. An die Peripherie gehen Weiter erwarte ich von euch, worum ich alle Glieder der Kirche bitte: aus sich herauszugehen, um zu den existenziellen Peripherien zu gehen. «Geht hinaus in die ganze Welt», war das letzte Wort, das Jesus an die Seinen richtete und das er heute immer noch an uns alle richtet (vgl. Mk 16,15). Da ist eine ganze Menschheit, die wartet: Menschen, die jede Hoffnung verloren haben; Familien in Not; sich selbst überlassene Kinder; Jugendliche, denen jede Zukunft versperrt ist; Kranke und verlassene Alte; Reiche, die satt sind an Gütern und im Herzen eine Leere haben, Männer und Frauen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, dürstend nach dem Göttlichen… Zieht euch nicht in euch selbst zurück, lasst euch nicht von den kleinen Streitereien zu Hause belästigen, bleibt nicht Gefangene eurer Probleme. Diese lösen sich, wenn ihr hinausgeht, um den anderen zu helfen, ihre Probleme zu lösen, und um die gute Nachricht zu verkünden. Ihr werdet das Leben finden, wenn ihr das Leben hingebt, die Hoffnung, wenn ihr Hoffnung gebt, die Liebe, wenn ihr liebt. 5. Was verlangen Gott und die Menschen? Ich erwarte mir, dass sich jede Form des Geweihten Lebens fragt, was Gott und die Menschheit heute verlangen. Die Klöster und Gruppen kontemplativer Ausrichtung könnten sich untereinander treffen oder sich auf verschiedenste Weise in Verbindung setzen, um ihre Erfahrungen bezüglich des Gebetslebens auszutauschen, um sich darüber auszutauschen, wie man in der Gemeinschaft mit der ganzen Kirche wachsen und wie man den verfolgten Christen helfen kann, wie man die Menschen, die auf der Suche nach einem intensiveren geistlichen Leben sind oder moralische bzw. materielle Unterstützung brauchen, aufnehmen und begleiten kann. Das Gleiche können die karitativen Institute tun, die Institute, die sich dem Unterricht, der Förderung der Kultur widmen, die Institute, die sich für die Verkündigung des Evangeliums einsetzen oder besondere pastorale Dienste ausüben, die Säkularinstitute mit ihrer vielfachen Präsenz in den gesellschaftlichen Strukturen. Es sollte in diesem Jahr sich niemand einer ernsthaften Überprüfung seiner Präsenz im Leben der Kirche entziehen, wie auch seiner Art und Weise, auf die ständigen und neuen Fragen, die sich um uns herum erheben, und auf den Schrei der Armen zu antworten. Nur in dieser Aufmerksamkeit gegenüber den Bedürfnissen der Welt und im folgsamen Hinhören auf die Eingaben des Heiligen Geistes wird dieses «Jahr des Geweihten Lebens» zu einem echten kairòs werden, zu einer Zeit Gottes, reich an Gnaden und Verwandlung. Brief der Schweizer Bischöfe an die Ordensleute Wir Bischöfe danken Euch, dass Ihr Jesus nachfolgt in seinem Lebensstil der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams. 13 Wir bewundern Euch, wie Ihr glückliche und oft sehr kreative Menschen seid, die uns zeigen, dass die frei gewählten Ordensgelübde in der Nachfolge Jesu frei und glücklich machen können. Durch Euren Lebensstil seid Ihr eine grosse Hilfe für viele Menschen in der Welt. Nach den Worten von Papst Franziskus, «seid Ihr Männer und Frauen, die die Welt aufwecken und die Zukunft erleuchten können».


JoBlatt_6_15
To see the actual publication please follow the link above